Porträt
Petra Luisa Meyer
Theater-, Opern- und Film-Regisseurin, Schauspielerin und Autorin.
„Eine neue Inszenierung ist jedes Mal ein Abenteuer, das immer wieder aufs Neue beginnt, das nie starr, nie vorhersehbar ist und deshalb einzigartig bleibt. Regiearbeiten sind Unikate."
Vita
Werdegang
Nach einem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte hat Petra Luisa Meyer in Berlin eine Schauspielausbildung mit der Allgemeinen Bühnenreifeprüfung abgeschlossen, mit der sie als Darstellerin am Schauspiel Köln, in Osnabrück, Bonn, an der Volksoper Wien, bei den Salzburger Festspielen und in zahlreichen TV-Rollen reüssierte. Seit 2000 arbeitet Petra Luisa Meyer auch als Regisseurin. Ihr Weg als Regisseurin führte sie u. a. an die Theater in Düsseldorf, Potsdam, Bozen, Berlin, Köln, Braunschweig, Würzburg, Krefeld und Münster und immer wieder an das Staatstheater Nürnberg.
Studium & Ausbildung
Regie — aktuelle Arbeiten
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Regie — frühere Arbeiten
Gastspiele
Lehrtätigkeit
Theater / Schauspiel
Bühne
Schauspiel
Am Staatstheater Nürnberg gab sie mit den »Vagina-Monologen« von Eve Ensler ihr Regiedebüt und zeichnete dort bis 2016 für 14 Inszenierungen verantwortlich, von denen drei eine Einladung zu den Bayerischen Theatertagen erhielten.
Von 2006–2009 war sie als leitende Hausregisseurin am Hans Otto Theater Potsdam engagiert und mit insgesamt 10 Neuproduktionen vertreten. 2006 eröffnete sie mit dem Abend „Der Sicherheitsabstand" den Neubau des Hans Otto Theaters in Potsdam. Es folgten u. a. Inszenierungen von „Amadeus", „Verbrennungen", „Welche Droge passt zu mir" und „Dantons Tod".
Ihre Bühnenfassung des Spiegel-Bestsellers von Hans Rath „Man tut, was man kann" ist beim Rowohlt Theaterverlag verlegt und wurde 2012 am Schlosspark Theater in Berlin uraufgeführt.
Nach der Geburt ihrer Zwillinge 2013 und einer kurzen Babypause folgten weitere Inszenierungen am Staatstheater Nürnberg, am Schauspiel Münster und am Theater in Bozen.
Ihr Debüt als Regisseurin bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2020, anlässlich der geplanten Jubiläumsveranstaltung „100 Jahre Salzburger Festspiele", wurde coronabedingt abgesagt. Dort sollte sie im Schloss Leopoldskron „Tartuffe" inszenieren.
2021 inszenierte sie am Theater Krefeld/Mönchengladbach das Stück »Meisterklasse«, welches das Leben von Maria Callas beleuchtet. 2023 war sie beauftragt, das Schauspiel »Gott« von Ferdinand von Schirach zu inszenieren, das am Theater Heilbronn zur Aufführung kam.
Musiktheater
Oper
Einen Namen hat sie sich inzwischen auch in der Opernregie gemacht. 2014 war sie die erste Regisseurin seit 50 Jahren, die bei den Heidenheimer Opernfestspielen Regie geführt hat. Dort beeindruckte sie mit dem Doppelabend von Mascagnis „Cavalleria rusticana" und Leoncavallos „Bajazzo" sowohl die Presse als auch das Publikum.
Sie hat die ursprüngliche Reihenfolge der beiden Opern schlicht vertauscht und damit eine neue Perspektive geschaffen.
„Die Welt ist heillos. Die Nacht ist schön. Das Publikum ist glücklich (…) Die junge Regisseurin hat mit großem Können eine neue Sichtweise kreiert, die anderen Opernhäusern als Vorbild dienen könnte …" — OPERNWELT
Im November 2017 inszenierte Petra Luisa Meyer erstmals an der Oper Köln „Die Fledermaus" von Johann Strauss.
Ihre Inszenierung der modernen Oper von Peter Eötvös „Der Goldene Drache" wurde in einer Kritikerumfrage der Welt am Sonntag zur besten Inszenierung in NRW in der Spielzeit 2018/19 ausgezeichnet.
„Eine absolut exzellente Aufführung! Ein glänzender Abend für das Musiktheater." — WDR 5 zu „Der Goldene Drache"
Seit dem 15. März 2026 ist ihre Regie des Doppelabends »Trouble in Tahiti« (Bernstein) und »Herzog Blaubarts Burg« (Bartók) am Theater Krefeld zu sehen. Die Presse lobte nach der Premiere vor allem die raffinierte inszenatorische Kombination beider unterschiedlicher Opern.
„Dieser außergewöhnliche Opernabend hält das Publikum in Atem! Gastsolistin Margarita Vilsone singt mit kräftiger Stimme und spielt mit umwerfender Intensität die zunehmend schockierte Judith, die den blutigen Geheimnissen des Herzogs auf die Spur kommt." — Westdeutsche Zeitung
Lehre
Dozentin
Parallel zu ihren inszenatorischen Aufgaben bewegt sich Petra Luisa Meyer seit 1999 kontinuierlich auch auf pädagogischem Parkett, u. a. an der Musikhochschule Köln und dem Mozarteum Salzburg.
Von 2018–2020 unterrichtete Petra Luisa Meyer als Lehrbeauftragte am Max Reinhardt Seminar und von 2022–2023 als Lehrbeauftragte am Institut für Gesang und Musiktheater ebenfalls in Wien.
Zudem unterrichtet Petra Luisa Meyer seit 2026 an der Universität der Künste Berlin im Bereich Gesang und Musiktheater.
Für ihre pädagogische Arbeit verbindet Petra Luisa Meyer schauspielerische Präzision mit musikalischer Sensibilität.
Frauenfiguren
Starke Frauen
Ihre größten Erfolge feierte die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Petra Luisa Meyer mit den Stücken über und mit starken Frauen in den Hauptrollen, wie zum Beispiel mit „Filumena" mit Angelica Domröse und „Maria Stuart" mit Katharina Thalbach als „Elisabeth" am Hans Otto Theater in Potsdam.
Starke Frauenfiguren inszenierte Meyer ebenfalls in ihren eigenen Bühnenadaptionen von „Madame Bovary" (Staatstheater Nürnberg, 2012), „Effi Briest" (2006) und „Anna Karenina", die allesamt unter anderem auch am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt wurden.
„Spannend wie ein Tatort." — Düsseldorfer Presse, 2011, über die Tolstoi-Adaption „Anna Karenina" mit Anna Schudt in der Titelrolle
Ihre Inszenierungen von „Effi Briest" und „Filumena" avancierten in Potsdam zu den erfolgreichsten Stücken unter der gesamten Intendanz von Uwe Eric Laufenberg und etablierten sich jeweils als Dauerbrenner über drei Spielzeiten hinweg.
Haltung
Politik und Kultur
Anlässlich des ersten Todestages der in Russland ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja brachte sie 2008 als Autorin ihr Stück „Putin hat Geburtstag" auf die Bühne:
„Eine zurückhaltende wie zutiefst berührende Aufführung (…) ohne Effekthascherei. (…) Hier wird kein Geburtstag gefeiert, sondern die Beerdigung der Demokratie." — DIE WELT
Das Fernsehformat „Titel, Thesen, Temperamente" berichtete am Todestag der Journalistin über diese Uraufführung.
„Theater und Film sollten auch politische Zeitgeschichte als Thema aufgreifen" – eine Überzeugung, die auch ihre Inszenierung „Das Himbeerreich" 2013 am Staatstheater Nürnberg geprägt hat.
„Mit geradezu terroristischer Schärfe nahm Meyer die Gedankenwelt von Top-Bankern ins Visier, zeichnete ihr Leben nach, emotional und wahrhaftig." — Nürnberger Zeitung
Drehbuch & Regie
Film
2025 schrieb sie das Drehbuch zu ihrem Filmprojekt „Lauter Menschen, denen es gut geht und die keine Sorgen haben", einer modernen Adaption der Erzählung „Fräulein Else" von Arthur Schnitzler. Ein großer Ensemblefilm, der sich derzeit in der Postproduktion befindet.
2011 entstand ihr erster Dokumentarfilm über das Ehepaar Hilmar Thate und Angelica Domröse, die nach der Biermann-Affäre vorzeitig die DDR verlassen hatten. Am 31. März 2011 wurde der Film im Babylon Kino in Berlin erstmals gezeigt und anschließend vom RBB ausgestrahlt.
Opéra Privée
Gründerin von 140,5 Karat
Petra Luisa Meyer lebt mit ihrer Familie in Berlin-Mitte und gründete dort 2025 das Startup 140,5 Karat: ein Label für maßgeschneiderte, exklusive Opernformate – die Opéra Privée.
Ihre Vision: die Distanz zwischen Bühne und Publikum aufzuheben und Musiktheater mitten unter die Menschen zu bringen. Mit der Opéra Privée entstehen intime Opernerlebnisse, die große Stimmen in unmittelbarer Nähe erlebbar machen – hautnah, emotional und unvergesslich. Jede Aufführung ist einzigartig, dramaturgisch fein komponiert und im Dialog mit Raum, Anlass und Gästen entwickelt.
Zwei Aufführungen der Opéra Privée von „La Traviata" wurden bereits 2025 und 2026 realisiert, und zwar im berühmten Berliner Vintage Store und Blumenparadies Marsano.
Durch den Abend führte der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Hans-Werner Meyer, der Verdis Welt von gestern lebendig werden lässt und sie für heute spürbar macht – von den Anfängen des Komponisten bis zu seinem Welterfolg mit „La Traviata".
Marsano ist nicht nur Kulisse, sondern Teil der Inszenierung. Inmitten von Blumen, Kerzenlicht und Klang erwacht Giuseppe Verdis „La Traviata" als Mini-Oper in drei Akten – unmittelbar, emotional und zeitgemäß.