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Porträt Petra Luisa Meyer

Porträt

Petra Luisa Meyer

Theater-, Opern- und Film-Regisseurin, Schauspielerin und Autorin.

„Eine neue Inszenierung ist jedes Mal ein Abenteuer, das immer wieder aufs Neue beginnt, das nie starr, nie vorhersehbar ist und deshalb einzigartig bleibt. Regiearbeiten sind Unikate."

Vita

Werdegang

Nach einem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte hat Petra Luisa Meyer in Berlin eine Schauspielausbildung mit der Allgemeinen Bühnenreifeprüfung abgeschlossen, mit der sie als Darstellerin am Schauspiel Köln, in Osnabrück, Bonn, an der Volksoper Wien, bei den Salzburger Festspielen und in zahlreichen TV-Rollen reüssierte. Seit 2000 arbeitet Petra Luisa Meyer auch als Regisseurin. Ihr Weg als Regisseurin führte sie u. a. an die Theater in Düsseldorf, Potsdam, Bozen, Berlin, Köln, Braunschweig, Würzburg, Krefeld und Münster und immer wieder an das Staatstheater Nürnberg.

Studium & Ausbildung

1986–88
Germanistik / Kunstgeschichte · Universität zu Köln
1986–89
Schauspielausbildung · Köln / Berlin · Allgemeine Bühnenreifeprüfung

Regie — aktuelle Arbeiten

03/2026
Trouble in Tahiti / Herzog Blaubarts Burg · Theater Krefeld/Mönchengladbach · L. Bernstein / B. Bartók
03/2023
Gott · Theater Heilbronn · F. v. Schirach
10/2020
Meisterklasse · Theater Mönchengladbach · T. McNally
04/2019
Der goldene Drache · Theater Krefeld · P. Eötvös
11/2017
Die Fledermaus · Oper Köln · J. Strauss
12/2016
Schönheit · Staatstheater Nürnberg · N. Haratischwili
07/2016
La Bohème · Opernfestspiele Heidenheim · G. Puccini
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Regie — frühere Arbeiten

12/2015
Der nackte Wahnsinn · Staatstheater Nürnberg · M. Frayn
02/2015
Stillbach oder die Sehnsucht · Vereinigte Bühnen Bozen
07/2014
Pagliacci / Cavalleria rusticana · 50. Opernfestspiele Heidenheim · Leoncavallo / Mascagni
10/2013
Das Himbeerreich · Staatstheater Nürnberg · A. Veiel
02/2013
Die 39 Stufen · Staatstheater Nürnberg · P. Barlow
09/2012
Apologia · Theater Münster · A. K. Campbell · Deutsche Erstaufführung
06/2012
Violanta · Stadttheater Bremerhaven · E. W. Korngold
04/2012
Madame Bovary · Staatstheater Nürnberg · P. L. Meyer nach G. Flaubert · Uraufführung
02/2012
Man tut was man kann · Schlossparktheater Berlin · H. Rath / P. L. Meyer · Uraufführung
06/2011
Don Giovanni · Opernfestival im Chiemgau · W. A. Mozart
04/2011
Ostlegenden · Lona Media / RBB / Arte · Dokumentarfilm · N. Graf, P. L. Meyer
12/2010
Der goldene Drache · Staatstheater Nürnberg · R. Schimmelpfennig
09/2010
Peter Grimes · Stadttheater Bremerhaven · B. Britten
02/2010
Anna Karenina · Düsseldorfer Schauspielhaus · Tolstoi / H. Nadolny / P. L. Meyer · Uraufführung
05/2009
Heuschrecken · Theater Krefeld · B. Srbljanović
03/2009
Dantons Tod · Hans Otto Theater Potsdam · G. Büchner
01/2009
Biedermann und die Brandstifter · Düsseldorfer Schauspielhaus · M. Frisch
11/2008
Maria Stuart · Hans Otto Theater Potsdam · F. Schiller
05/2008
Der Liebestrank · Staatstheater Meiningen · G. Donizetti
01/2008
Filumena Marturano · Hans Otto Theater Potsdam · E. De Filippo
11/2007
Verbrennungen · Hans Otto Theater Potsdam · W. Mouawad
10/2007
Putin hat Geburtstag · Hans Otto Theater Potsdam · P. L. Meyer · Uraufführung
09/2007
Kamikaze Pictures · Hans Otto Theater Potsdam · J. Liedke
03/2007
Die Grönholm-Methode · Staatstheater Nürnberg · J. Galceran
01/2007
Kick · Stadttheater Krefeld · A. Veiel
11/2006
Effi Briest · Hans Otto Theater Potsdam · T. Fontane / Romanbearbeitung P. L. Meyer
09/2006
Sicherheitsabstand · Hans Otto Theater Potsdam · F. Blanchette · Deutsche Erstaufführung
05/2006
Quartett · Staatstheater Nürnberg · H. Müller
02/2006
Kunst · Staatstheater Nürnberg · Y. Reza
10/2005
Amadeus · Hans Otto Theater Potsdam · P. Shaffer
05/2005
Schiller, Tod und Teufel · Staatstheater Nürnberg · P. Braun · Uraufführung
01/2005
Welche Droge passt zu mir · Hans Otto Theater Potsdam · K. Hensel
11/2004
Klamms Krieg · Staatstheater Braunschweig · K. Hensel
02/2004
Emilia Galotti · Staatstheater Nürnberg · G. E. Lessing
02/2003
Mein Onkel Bob · Staatstheater Nürnberg · W. Happel · Uraufführung
01/2003
Scherz, List und Rache · Musikhochschule Köln · M. Bruch
10/2002
Wespe im Schnee · Staatstheater Nürnberg · G. Elsner Projekt · Uraufführung
05/2002
Der Widerspenstigen Zähmung · Stadttheater Würzburg · W. Shakespeare
02/2002
Hamlets Geist · Staatstheater Nürnberg · P. L. Meyer · Uraufführung
03/2001
Vagina-Monologe · Staatstheater Nürnberg · E. Ensler · Regiedebüt
11/2000
Fräulein Else · Alte Post Neuss · P. L. Meyer nach A. Schnitzler · Uraufführung

Gastspiele

2004
Mein Onkel Bob · Einladung zu den Bayerischen Theatertagen in Regensburg
2003
Wespe im Schnee · Einladung zu den Bayerischen Theatertagen in Hof
2002
Vagina-Monologe · Einladung zu den Bayerischen Theatertagen in Erlangen

Lehrtätigkeit

ab 2026
Universität der Künste Berlin · Dozentin im Bereich Gesang und Musiktheater
2022–2023
Institut für Gesang und Musiktheater, Wien · Lehrauftrag für musikdramatischen Unterricht
2018–2020
Max Reinhardt Seminar, Wien · Lehrbeauftragte
2009–2010
Mozarteum Salzburg · Dozentin für szenischen Unterricht
2003–2006
Musikhochschule Köln · Dozentin für szenischen Grundunterricht, Fachbereich Musiktheater
1999–2003
Schule für Kunst und Theater Alte Post Neuss · Dozentin für szenischen Grundunterricht

Theater / Schauspiel

2008
Luise Briest · Effi Briest · Hans Otto Theater Potsdam · Regie P. L. Meyer
2003
Marianne · Tartuffe · Bad Hersfelder Festspiele · Regie P. Lotschak
2001–03
Consuela · West Side Story · Volksoper Wien · Regie Ph. Arlaud
2002
Nemesis · Manfred · Festspiele Feldkirch · Regie K. M. Brandauer
2002
Maureen · Glückliche Zeiten · Staatstheater Nürnberg · Regie D. Schulz
1999
Peggy · Lauf der Welt · Schauspiel Bonn · Regie D. Mouchtar-Samorai
1998
Miss Forsythe · Tod eines Handlungsreisenden · Schauspiel Bonn · Regie T. Wellermeyer
1998
Dyane · Ein Hauch von Frühling · Contra-Kreis-Theater · Regie H. Johanning
1993–97
Osnabrück — u. a. Mizzi, Lena, Helena, Gretchen, Iphigenie, Drei Schwestern · Städtische Bühnen Osnabrück · Regie u. a. K. Kusenberg, K. Wolf, A. Nathusius
1992
Tischgesellschaft · Jedermann · Salzburger Festspiele · Regie G. Friedel
1991
Hilde · Frau vom Meer · Stadttheater Aachen · Regie L. Kaschke
1990
Athenerin · Lysistrate · Kölner Schauspielhaus · Regie T. Fischer

Bühne

Schauspiel

Am Staatstheater Nürnberg gab sie mit den »Vagina-Monologen« von Eve Ensler ihr Regiedebüt und zeichnete dort bis 2016 für 14 Inszenierungen verantwortlich, von denen drei eine Einladung zu den Bayerischen Theatertagen erhielten.

Von 2006–2009 war sie als leitende Hausregisseurin am Hans Otto Theater Potsdam engagiert und mit insgesamt 10 Neuproduktionen vertreten. 2006 eröffnete sie mit dem Abend „Der Sicherheitsabstand" den Neubau des Hans Otto Theaters in Potsdam. Es folgten u. a. Inszenierungen von „Amadeus", „Verbrennungen", „Welche Droge passt zu mir" und „Dantons Tod".

Ihre Bühnenfassung des Spiegel-Bestsellers von Hans Rath „Man tut, was man kann" ist beim Rowohlt Theaterverlag verlegt und wurde 2012 am Schlosspark Theater in Berlin uraufgeführt.

Nach der Geburt ihrer Zwillinge 2013 und einer kurzen Babypause folgten weitere Inszenierungen am Staatstheater Nürnberg, am Schauspiel Münster und am Theater in Bozen.

Ihr Debüt als Regisseurin bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2020, anlässlich der geplanten Jubiläumsveranstaltung „100 Jahre Salzburger Festspiele", wurde coronabedingt abgesagt. Dort sollte sie im Schloss Leopoldskron „Tartuffe" inszenieren.

2021 inszenierte sie am Theater Krefeld/Mönchengladbach das Stück »Meisterklasse«, welches das Leben von Maria Callas beleuchtet. 2023 war sie beauftragt, das Schauspiel »Gott« von Ferdinand von Schirach zu inszenieren, das am Theater Heilbronn zur Aufführung kam.

Musiktheater

Oper

Einen Namen hat sie sich inzwischen auch in der Opernregie gemacht. 2014 war sie die erste Regisseurin seit 50 Jahren, die bei den Heidenheimer Opernfestspielen Regie geführt hat. Dort beeindruckte sie mit dem Doppelabend von Mascagnis „Cavalleria rusticana" und Leoncavallos „Bajazzo" sowohl die Presse als auch das Publikum.

Sie hat die ursprüngliche Reihenfolge der beiden Opern schlicht vertauscht und damit eine neue Perspektive geschaffen.

„Die Welt ist heillos. Die Nacht ist schön. Das Publikum ist glücklich (…) Die junge Regisseurin hat mit großem Können eine neue Sichtweise kreiert, die anderen Opernhäusern als Vorbild dienen könnte …" — OPERNWELT

Im November 2017 inszenierte Petra Luisa Meyer erstmals an der Oper Köln „Die Fledermaus" von Johann Strauss.

Ihre Inszenierung der modernen Oper von Peter Eötvös „Der Goldene Drache" wurde in einer Kritikerumfrage der Welt am Sonntag zur besten Inszenierung in NRW in der Spielzeit 2018/19 ausgezeichnet.

„Eine absolut exzellente Aufführung! Ein glänzender Abend für das Musiktheater." — WDR 5 zu „Der Goldene Drache"

Seit dem 15. März 2026 ist ihre Regie des Doppelabends »Trouble in Tahiti« (Bernstein) und »Herzog Blaubarts Burg« (Bartók) am Theater Krefeld zu sehen. Die Presse lobte nach der Premiere vor allem die raffinierte inszenatorische Kombination beider unterschiedlicher Opern.

„Dieser außergewöhnliche Opernabend hält das Publikum in Atem! Gastsolistin Margarita Vilsone singt mit kräftiger Stimme und spielt mit umwerfender Intensität die zunehmend schockierte Judith, die den blutigen Geheimnissen des Herzogs auf die Spur kommt." — Westdeutsche Zeitung

Lehre

Dozentin

Parallel zu ihren inszenatorischen Aufgaben bewegt sich Petra Luisa Meyer seit 1999 kontinuierlich auch auf pädagogischem Parkett, u. a. an der Musikhochschule Köln und dem Mozarteum Salzburg.

Von 2018–2020 unterrichtete Petra Luisa Meyer als Lehrbeauftragte am Max Reinhardt Seminar und von 2022–2023 als Lehrbeauftragte am Institut für Gesang und Musiktheater ebenfalls in Wien.

Zudem unterrichtet Petra Luisa Meyer seit 2026 an der Universität der Künste Berlin im Bereich Gesang und Musiktheater.

Für ihre pädagogische Arbeit verbindet Petra Luisa Meyer schauspielerische Präzision mit musikalischer Sensibilität.

Frauenfiguren

Starke Frauen

Ihre größten Erfolge feierte die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Petra Luisa Meyer mit den Stücken über und mit starken Frauen in den Hauptrollen, wie zum Beispiel mit „Filumena" mit Angelica Domröse und „Maria Stuart" mit Katharina Thalbach als „Elisabeth" am Hans Otto Theater in Potsdam.

Starke Frauenfiguren inszenierte Meyer ebenfalls in ihren eigenen Bühnenadaptionen von „Madame Bovary" (Staatstheater Nürnberg, 2012), „Effi Briest" (2006) und „Anna Karenina", die allesamt unter anderem auch am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt wurden.

„Spannend wie ein Tatort." — Düsseldorfer Presse, 2011, über die Tolstoi-Adaption „Anna Karenina" mit Anna Schudt in der Titelrolle

Ihre Inszenierungen von „Effi Briest" und „Filumena" avancierten in Potsdam zu den erfolgreichsten Stücken unter der gesamten Intendanz von Uwe Eric Laufenberg und etablierten sich jeweils als Dauerbrenner über drei Spielzeiten hinweg.

Haltung

Politik und Kultur

Anlässlich des ersten Todestages der in Russland ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja brachte sie 2008 als Autorin ihr Stück „Putin hat Geburtstag" auf die Bühne:

„Eine zurückhaltende wie zutiefst berührende Aufführung (…) ohne Effekthascherei. (…) Hier wird kein Geburtstag gefeiert, sondern die Beerdigung der Demokratie." — DIE WELT

Das Fernsehformat „Titel, Thesen, Temperamente" berichtete am Todestag der Journalistin über diese Uraufführung.

„Theater und Film sollten auch politische Zeitgeschichte als Thema aufgreifen" – eine Überzeugung, die auch ihre Inszenierung „Das Himbeerreich" 2013 am Staatstheater Nürnberg geprägt hat.

„Mit geradezu terroristischer Schärfe nahm Meyer die Gedankenwelt von Top-Bankern ins Visier, zeichnete ihr Leben nach, emotional und wahrhaftig." — Nürnberger Zeitung

Drehbuch & Regie

Film

2025 schrieb sie das Drehbuch zu ihrem Filmprojekt „Lauter Menschen, denen es gut geht und die keine Sorgen haben", einer modernen Adaption der Erzählung „Fräulein Else" von Arthur Schnitzler. Ein großer Ensemblefilm, der sich derzeit in der Postproduktion befindet.

2011 entstand ihr erster Dokumentarfilm über das Ehepaar Hilmar Thate und Angelica Domröse, die nach der Biermann-Affäre vorzeitig die DDR verlassen hatten. Am 31. März 2011 wurde der Film im Babylon Kino in Berlin erstmals gezeigt und anschließend vom RBB ausgestrahlt.

Opéra Privée

Gründerin von 140,5 Karat

Petra Luisa Meyer lebt mit ihrer Familie in Berlin-Mitte und gründete dort 2025 das Startup 140,5 Karat: ein Label für maßgeschneiderte, exklusive Opernformate – die Opéra Privée.

Ihre Vision: die Distanz zwischen Bühne und Publikum aufzuheben und Musiktheater mitten unter die Menschen zu bringen. Mit der Opéra Privée entstehen intime Opernerlebnisse, die große Stimmen in unmittelbarer Nähe erlebbar machen – hautnah, emotional und unvergesslich. Jede Aufführung ist einzigartig, dramaturgisch fein komponiert und im Dialog mit Raum, Anlass und Gästen entwickelt.

Zwei Aufführungen der Opéra Privée von „La Traviata" wurden bereits 2025 und 2026 realisiert, und zwar im berühmten Berliner Vintage Store und Blumenparadies Marsano.

Durch den Abend führte der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Hans-Werner Meyer, der Verdis Welt von gestern lebendig werden lässt und sie für heute spürbar macht – von den Anfängen des Komponisten bis zu seinem Welterfolg mit „La Traviata".

Marsano ist nicht nur Kulisse, sondern Teil der Inszenierung. Inmitten von Blumen, Kerzenlicht und Klang erwacht Giuseppe Verdis „La Traviata" als Mini-Oper in drei Akten – unmittelbar, emotional und zeitgemäß.